Vorderseite: Historiola zu einem magischen Spruch (?) mit Legende der Anat(Identifiant de texte XARNGGZHJJCZTODYVB6O2UD2HY)


Identifiant permanent: XARNGGZHJJCZTODYVB6O2UD2HY
URL permanente: https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/text/XARNGGZHJJCZTODYVB6O2UD2HY


Type de données: Texte


Écriture: Neuhieratisch


Langue: Neuägyptisch

Commentaire sur la langue:
Der äußerst stark fragmentierte Zustand gibt nur wenig Hinweise auf die verwendete Sprachstufe. Die Parallelen werden als mittel- bis neuägyptisch eingestuft. Der Textausschnitt des Ostrakons enthält zweimal das neuägyptische Possessivpronomen pꜣy=f und einmal den Artikel tꜣ, wobei die letztere Artikelreihe schon im späteren Mittelägyptisch vorkommt. Das Satzparadigma jw=f ḥr sḏm der ersten Zeile ließe sich mittelägyptisch wie auch neuägyptisch erklären, wobei tendenziell vielleicht eher ein neuägyptischer Narrativ vorliegt.


Catégorie de texte: Magische Texte

Commentaire sur la catégorie de texte:
Das Ostrakon enthält eine mythische Episode, die sich dank der Parallelen auf Papyrus Chester Beatty VII, Papyrus Turin CGT 54076/002, Ostrakon Deir el-Medineh 1591 und 1592 inhaltlich als Episode aus der Vergewaltigung der Göttin Anat durch Seth und funktional als Historiola einer magischen Beschwörung identifizieren lässt. Das heißt, hier wird die mythische Episode von der Vergewaltigung der Anat durch Seth angerissen, für die sie sich revanchierte, indem sie ihrerseits Seth vergiftete (Spiel mit dem Wort mtw.t, das „Gift“ wie auch „Same“ heißen kann). Damit wird angedeutet, dass die Vergiftung durch eine negative, in dem Fall göttliche, Entität letzten Endes wirkungslos bleibt bzw. sogar auf diese zurückgeworfen wird. Wie bei einer Historiola üblich, wird dann dieses Geschehen auf den akuten Anwendungsfall übertragen, um so die Heilung durch den Mythos zu unterstützen. Im vorliegenden Beispiel zeigt v.a. die Parallele des Papyrus Chester Beatty VII, dass diese Historiola konkret im Kontext von Skorpionstichen steht. Inwiefern die Abweichungen des Ostrakons ab der dritten Zeile diese inhaltliche Deutung beeinflussen, ist aufgrund der Zerstörungen unklar.
Auf der Rückseite des Ostrakons befinden sich Zeichnungen, s. van Dijk, in: Fs Hospers, 33 und 47, Anm. 10. Aber ob sie einen Bezug zum Text der Vorderseite haben oder nicht, d.h. ob sie eine Vignette zum magischen Spruch darstellen, kann erst nach deren Publikation beantwortet werden.


Datation: 19. Dynastie  –  20. Dynastie

Commentaire sur la datation:

  • Das Abfassungsdatum wird in der Laufzeit der Schreiberschule, d.h. der 19.-21. Dynastie (Burkard, in: Bibliothek: Forschung und Praxis 4 (2), 1980, 104), liegen. Der Text ist in einem ramessidenzeitlichen Hieratisch geschrieben. Die beiden Papyrusparallelen stammen aus der 20. Dynastie, die beiden Parallelen auf den Ostraka aus Deir el-Medineh lassen sich noch nicht genauer datieren. Quack datiert das vorliegende Ostrakon in seiner noch in Vorbereitung befindlichen Neubearbeitung in die späte 19. Dynastie.


Informations sur le nombre de lignes / colonnes

  • Zeilenzählung nach dem Original


Bibliographie

  • https://collections.ucl.ac.uk/Details/collect/40178 (letzter Zugriff 19.03.2024) [P,K]
  • – Chr. Barbotin, Seth et Ânat, in: A. Charron, Chr. Barbotin (Hrsg.), Khâemouaset, le prince archéologue. Savoir et pouvoir à l’époque de Ramsès II (Arles, Gand 2016), 179 [*P,Ü,B]
  • – A.H. Gardiner, Hieratic Papyri in the British Museum. Third Series: Chester Beatty Gift. Bd. 1. Text (London 1935), 62 mit Anm. 8 [T (von Zeile 1-2), Ü (der Parallele auf pChester Beatty VII)]
  • – A. Roccati, Une légende égyptienne d’Anat, in: RdÉ 24, 1972, 152-159 [T (synoptisch), Ü,*K]
  • – T. Schneider, Texte über den syrischen Wettergott aus Ägypten, in: Ugarit-Forschungen 35, 2004, 605-627, hier 620-621 [Ü,K]
  • – W. Spiegelberg, Hieratic Ostraca and Papyri Found by J. E. Quibell in the Ramesseum, 1895-6, BSAE [2*] (Sonderband) (London 1898), [1]-[2], Taf. 1 und 1a [F,T,*K]


Translittération de texte

  • – Lutz Popko, 19. April 2024 (Ersteingabe)
  • – Lutz Popko, Nov. 2024/Jan. 2025 (Aktualisierung nach einer in Vorbereitung befindlichen Neubearbeitung durch Quack)

Traduction de texte

    • de – Lutz Popko, 19. April 2024 (Ersteingabe)

Lemmatisation de texte

  • – Lutz Popko, 19. April 2024 (Ersteingabe)
  • – Lutz Popko, Nov. 2024/Jan. 2025 (Aktualisierung nach einer in Vorbereitung befindlichen Neubearbeitung durch Quack)

annotation grammaticale

  • – Lutz Popko, 19. April 2024 (Ersteingabe)

Édition de hiéroglyphes

  • – Svenja Damm, 03. Juni 2024 (Ersteingabe)
  • – Lutz Popko, 27. September 2024 (Kontrolle)
  • – Lutz Popko, Nov. 2024/Jan. 2025 (Aktualisierung nach einer in Vorbereitung befindlichen Neubearbeitung durch Quack)


Auteur(s): Lutz Popko; avec des contributions de: Svenja Damm
Fichier de données créé: 19.04.2024, dernière révision: 16.09.2025

Citer en tant que:

(Citation complète)
Lutz Popko, avec des contributions de Svenja Damm, "Vorderseite: Historiola zu einem magischen Spruch (?) mit Legende der Anat" (Identifiant de texte XARNGGZHJJCZTODYVB6O2UD2HY) <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/text/XARNGGZHJJCZTODYVB6O2UD2HY>, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Édition du corpus 20, Version de l’application web 2.4.1, 5.3.2026, éd. par Tonio Sebastian Richter et Daniel A. Werning au nom de la Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Académie des sciences et des lettres de Berlin-Brandebourg) et Hans-Werner Fischer-Elfert et Peter Dils au nom de la Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Académie des sciences et des lettres de Saxe, Leipzig) (consulté: xx.xx.20xx)
(Citation abrégée)
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/text/XARNGGZHJJCZTODYVB6O2UD2HY, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae (consulté: xx.xx.20xx)