rꜥw-nb-ḥr-nḥm.t=f(Identifiant de lemme 859764)


Identifiant permanent: 859764
URL permanente: https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/859764


Liste de lemmes: Hiéroglyphique / hiératique

Catégorie lexicale: nom commun (masc.)


Traduction

de
Nacht; Abend
en
night; evening
fr
nuit; soir

Attestation dans le corpus de textes du TLA


Période d’attestation dans le corpus de textes du TLA: de 400 av. n. è. à 30 av. n. è.

graphies dans le corpus de textes du TLA:

 N’hésitez pas à nous signaler toute erreur

𓆹𓇳𓻳 | 1× N.m:sg ( 1 )
𓇳𓏤𓎟𓁷𓏤𓆺𓆑 | 1× N.m:sg ( 1 )

Bibliographie

  • Wilson, Ptol. Lexikon, 576


Références externes

Ancien TLA 859764
Vocabulaire de l’Égyptien Ancien 3802
Wikidata L1390783

Commentaires

rꜥw-nb-ḥr-nḥm=f: Manchmal mit der Sonnenscheibe als Zeitdeterminativ, einmal mit dem Nachthimmel (N46) als Determinativ. Fairman, in: ZÄS 91, 1964, 9-11 identifizierte diese Redewendung und erkannte die Bedeutung „Abend“; er schlug allerdings auch die Bedeutung „Nacht“ vor. In den Fällen, in denen in einem Parallelismus Membrorum der Morgen genannt wird, wenn der abendliche Sonnengott Atum thematisiert wird oder wenn Re untergeht (ḥtp), ist „Abend“ sicherlich vorzuziehen (ebenso wenn der Mond am 2. Mondmonatstag, d.h. Neulicht am Abend, genannt wird, in: Heilstatue des Harchebis, Moskau, Z. 13: TLA ID CUKFZ7R25FB2FHVLX6GOEOOZV4). Vielleicht ist statt der „Nacht“ der späte Abend bzw. der Übergang von Tag zu Nacht oder der Sonnenuntergang gemeint. Fairman, der 14 Beispiele zusammengetragen hat (2 weitere, verstümmelte Beispiele auf der Heilstatue des Harchebis in Moskau, Z. 13 und Z. a6), hatte Schwierigkeiten mit der Lesung der zweiten Hieroglyphe (N62 Mondscheibe und -sichel oder C118 Gott mit Mondscheibe und -sichel auf dem Kopf), weil er die Lesung rꜥw-nb-ḥr-nḥm=f, die zumindest in der Textversion Dendara II, 167.4 erforderlich ist, als bedeutungslos ausschließt. Er formulierte als Transkriptionshypothese Rꜥw *ḥtp(.w) ḥr nḥm.t=f „(when) Re has rested on his lotus-bud“. Ob der Sonnengott nicht eher „in“ als „auf“ der Knospe ruhen würde? Wilson, Ptol. Lex., 505 und 576 trägt den Ausdruck einmal unter nbwy-ḥr-nḥm=f (von Fairman, 11 ausgeschlossen, denn weder „The Two Lords save him“ noch „The Two Lords are on his nḥm“ ergeben für ihn einen Sinn) und ein zweites Mal unter rꜥ-nb-ḥr-nḥm=f „every day upon his lotus“ ein (von Fairman, 11 ebenfalls als bedeutungslos ausgeschlossen). Sie übersetzt erst mit „evening“ und beim zweiten Mal mit „night, evening“. Sie erkennt wie Fairman in nḥm das Wort für „Lotus“ (eigentlich nḥm.t).
Eine andere Lesung und Erklärung für den Ausdruck findet sich bei Kurth, in: G. Moers, H. Behlmer, K. Demuß, K. Widmaier (Hrsg.), jn.t ḏr.w: Festschrift für Friedrich Junge, Göttingen 2003, Bd. II, 401-408 (hier: 402-403). Er versteht „der Abend, die Nacht“ und übersetzt die Redewendung als „wenn jeder Tag ihn (= Re) schützt/rettet“. Er erkennt das Verb nḥm „retten“ mit dem Sonnengott als zu rettendem Objekt, weil nḥm einige Male mit dem schlagenden Arm (Gardiner D40) determiniert ist und weil sich =f einmal eindeutig auf die Sonnenscheibe jtn des Sonnengottes bezieht (in Edfou VIII, 58.14-15). Er erklärt die Periphrase so, dass in der 12. Tagesstunde des Stundenrituals (d.h. in der Abendstunde) das Thema des Schutzes für den Sonnengott besonders betont wird. Bedeutet dies, dass „Tag“ eigentlich für „Tagesstunde“ steht und in der 12. Tagesstunde der ganze Schutz der 12 Tagesstunden zusammenkommt? Bezüglich der Lautwert nḥm der Lotusknospe fragt sich Kurth, Einführung ins Ptolemäische I, 312, Anm. 137, ob „das tägliche Schließen der Blütenblätter als Fortnehmen bzw. Retten gedeutet wurde“ (mit Verweis auf die Redewendung rꜥw-nb-ḥr-nḥm=f).
Tattko, Türinschriften im Naos des Hathortempels (SSR 27), Wiesbaden 2019, 106 mit Anm. 441 scheint beide Lesungen nḥm „retten“ und nḥm.t „Lotusknospe“ für möglich zu halten. Die Ergänzung von Dendara II, 167.3-4 durch Cauville, Dendara II, OLA 88, Leuven 1999, 255 und ihre Übersetzung „chaque soir“ (S. 554) sind zu korrigieren: siehe Tattko, Türinschriften, 99. Die Redewendung jtn-ḥr-nḥm=f für „am Morgen“ in Edfou VI, 176.3 (siehe Kurth, Edfou VI, 308 mit Anm. 1 und Kurth, in: Fs Junge, 404, Nr. 4: „die Sonne rettet ihn“) erweckt den Eindruck, dass man vielleicht auch jtn jꜥḥ ḥr nḥm=f lesen könnte, aber das passt nicht zur Schreibung von Dendara II, 167.3-4. Altmann-Wendling, Mondsymbolik – MondWissen, SSR 22, Wiesbaden 2018, Teil 1, 207 mit Anm. 45 referiert die verschiedenen Interpretationen.

Peter Dils
10. Januar 2025

Auteur du commentaire: Peter Dils (Fichier de données créé: 13.01.2025, dernière révision: 13.01.2025)


Rédacteur(s): AV Wortschatz der ägyptischen Sprache; avec des contributions de: Simon D. Schweitzer, Annik Wüthrich
Fichier de données créé: avant juin 2015 (1992-2015), dernière révision: 04.08.2025

Citer en tant que:

(Citation complète)
"rꜥw-nb-ḥr-nḥm.t=f" (Identifiant de lemme 859764) <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/859764>, édité par AV Wortschatz der ägyptischen Sprache, avec des contributions de Simon D. Schweitzer, Annik Wüthrich, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Édition du corpus 20, Version de l’application web 2.4.1, 5.3.2026, éd. par Tonio Sebastian Richter et Daniel A. Werning au nom de la Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Académie des sciences et des lettres de Berlin-Brandebourg) et Hans-Werner Fischer-Elfert et Peter Dils au nom de la Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Académie des sciences et des lettres de Saxe, Leipzig) (consulté: xx.xx.20xx)
(Citation abrégée)
https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/lemma/859764, dans: Thesaurus Linguae Aegyptiae (consulté: xx.xx.20xx)