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(Eine von 2 Lesevarianten dieses Satzes: >> #1 <<, #2)
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Wenn du eine Frau 〈, die gerade geboren hat (wörtl.: mit einer frischen Geburt),〉 untersuchst, die an ihrem Bauch/Unterleib dementsprechend/diesbezüglich sehr leidet,
wobei sie/er (d.h. die Frau oder der Bauch?) in der Art von (?) zwei gestreckten (?) Bogen (?) ist und auf einer (Körper)seite Schmerzen hat (bzw. [er/der Bauch] schmerzt) ab ihrem (d.h. der Frau) Herzen bis zu ihrer kns-Unterleibsregion – (auf) ihrer rechten (Körper)hälfte oder (auf) der linken gleichermaßen –,
der Schlaf kann deswegen nicht zu ihr gelangen,
dann musst du daraufhin dazu sagen:

Kommentare
  • - j(w)=s m pḏ.t 2 ḏꜣ.wt/ḏꜣ.tj: Die Schreibung j(w)=s ist entweder archaisierend (Edel, Altäg. Gramm., § 881) oder das bedeutungslos gewordene w wurde ausgelassen (Jansen-Winkeln, SMÄG, § 51 und 365). Es stellt sich die Frage, was das Bezugswort von =s ist: entweder die Frau (s.t), die schon in ẖ.t=s: "ihr Bauch" durch =s ausgedrückt wird, oder der Bauch (ẖ.t). Spätestens bei jb=s ist (wieder) die Frau gemeint. Guermeur übersetzt "qui a les deux aires tendues", Sauneron paraphrasiert diesen Textbereich nur ("who is sensitive in such and such a place of the abdomen"), beide betrachten also die "Frau/sie" als Subjekt. Das Wort pḏ.t ist geschrieben wie pḏ.t: "der Bogen (als Waffe)". Guermeurs Übersetzung "aire" erinnert an Ortsbezeichnungen wie pḏ.t: "Gewölbe, Himmel" (Wb. I, 569.2), pḏ: "Raum, Weite" (Wb. I, 569.3) oder pḏ.wj: "Seitenwände" (Wb. I, 569.4-5). Die Übersetzungen von Guermeur und Sauneron erwecken jedenfalls den Eindruck, dass sie pḏ.t als eine Körperregion verstehen. Man könnte an einen doppelt vorhandenen bogenförmigen Bereich des Körpers denken wie die "Flanken" oder "Taille" (Metapher von pḏ.t "Bogen (als Waffe)") oder an die "Bogen", die entlang der Handflächen/Unterarme entstehen, wenn die Bauchdecke mit beiden Händen von den Seiten her zur Mitte zu zusammengeschoben wird, um den nach der Entbindung noch vergrößerten Uterus zu ertasten (beides Vorschläge von Frau Prof. Dr. med. Dr. phil. Ortrun Riha, Leipzig; E-Mail vom 01.03.2017). Allerdings könnte sich die Frau nicht "in" (m) diesen Körperbereichen befinden, das wäre nur mit "Bauch" (für Gebärmutter?) als Satzsubjekt möglich. Auch wenn man für m die Bedeutung "sein als; in der Form/Art von; im Zustand von" ansetzt, würde der "Bauch" als Subjekt mehr Sinn ergeben. Das letzte Wort besteht aus den phonetischen Elementen ḏꜣ, dem Kreuz als Determinativ und der Endung wt oder tw/tj. Die Schreibung passt für die Verben ḏꜣi̯: "übersetzen, durchziehen" und "ausstrecken, entgegenstrecken". Sollte man den Bogenbereich des Körpers als "gestreckt", eventuell "angespannt" oder "überdehnt" verstehen?

    Autor:in des Kommentars: Peter Dils (Datensatz erstellt: 31.03.2017, letzte Revision: 31.03.2017)

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(Vollzitation)
Peter Dils, unter Mitarbeit von Billy Böhm, Lutz Popko, Altägyptisches Wörterbuch, Daniel A. Werning, Token ID IBcAkMuWMghF6EYavnGyGoQnSc0 <https://thesaurus-linguae-aegyptiae.de/sentence/token/IBcAkMuWMghF6EYavnGyGoQnSc0>, in: Thesaurus Linguae Aegyptiae, Korpus-Ausgabe 19, Web-App-Version 2.2.1.1, 6.3.2025, hrsg. von Tonio Sebastian Richter & Daniel A. Werning im Auftrag der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Hans-Werner Fischer-Elfert & Peter Dils im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Zugriff am: 4.4.2025)
(Kurzzitation)
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